Grünes Europa

Ich bin vor zwei Monaten nach Australien und Neuseeland gereist und habe mir vorgenommen inspirierende Texte mit nach Hause bringen, wie man Zero Waste auch auf Reisen integrieren kann, über die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und insgesamt über meinen nachhaltigen Lebensstil unterwegs. Dem war dann aber nicht so.


Angekommen in Australien bin ich gleich mal mit To-Go-Konsum und Plastiktüten im Supermarkt konfrontiert worden, als ob es sowieso schon kein Morgen mehr gibt.
In Neuseeland ging es weiter mit geschnittenen Apfelstücken einzeln verpackt in Plastikfolie, der Frage was Recycling oder Bio überhaupt ist und Menschen, die Gerolsteiner in Glasflaschen importieren lassen, weil deutsches Wasser einfach besser schmeckt. Ach so und öffentliche Verkehrsmittel, die gibts auch nur vereinzelt und überteuert.
Aber eins können wir von den Kiwis lernen, hier benutzt jeder einfach ein Stück Seife ganz ohne Plastikverpackung.

Wenn ich mir dann meinen Kaffe in den mitgebrachten Becher füllen lasse, eine Tasche mit zum Einkaufen nehme und Obst einfach ohne Tüte auf das Kassenband lege, dann komme ich mir schon ziemlich fortschrittlich vor. Und das obwohl ich daheim in Deutschland immer das Gefühl habe, ich mache viel zu wenig.

In den letzten Monaten saß ich also immer wieder vor meinem Laptop und wollte einen Text darüber schreiben, welche Tipps ich zum nachhaltigen Reisen habe und jedesmal kam mir der Text nicht richtig oder unvollständig vor.

Das liegt einerseits daran, dass mir aufgefallen ist wie weit wir, in Deutschland oder ganz Europa, im Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit sind und wie wahnsinnig glücklich wir uns schätzen können, in einer Gegend zu leben, wo wir über Nachhaltigkeit aufklären und Initiative ergreifen, Veränderungen zu treffen.
Das soll nicht heißen, dass hier keiner weiß, was Klimawandel ist oder sich Gedanken über sein Handeln macht, aber es sind auf jeden Fall deutlich weniger Menschen und einige leben mit der Einstellung, dass es ja eh nichts nützt wenn eine einzelne Person etwas ändert.

Offen über Themen wie Nachhaltigkeit, Bio oder Müllvermeidung zu reden, macht jedoch direkt einen riesigen Unterschied. Und so habe ich es geschafft, dass einige angefangen haben, ihre wiederverwendbare Tasche zum Einkaufen zu nehmen oder den Kaffe in die eigene Tasse füllen zu lassen. Ich weiß, dass sind nur kleine Dinge, aber mir bedeutet es viel zu sehen, wie eine einzige Person doch etwas verändern kann. Nämlich die nächste Person zu inspirieren, die es ihrerseits wieder weitergibt und sich so die Nachricht, langsam aber sicher, verbreitet.

Der zweite Grund für meine kleine ‚Schreibblockade‘ war, dass ich mir extrem schwer getan habe, meine Grundsätze von Zuhause hier umzusetzen.
Bio gibts hier eigentlich nicht und wenn ich alternativ auf Bauernmärkten einkaufen war, war alles in Plastiktüten vor verpackt.
Auch die Spontanität ging verloren, denn meistens, wenn ich mit Freunden unterwegs war und wir etwas essen wollten, kam das Essen in Einweggeschirr und ich hatte meinen Mehrwegbehälter nicht dabei oder habe gar nicht damit gerechnet, Einwegteller zu verwenden, da wir in einem Lokal saßen.
Und last but not least – die Verkehrsmittel. Eines meiner großen Ziele war, hauptsächlich öffentlich zu reisen oder mit einer Mitfahrgelegenheit. Beides hat ein paar Mal geklappt, aber sobald es darum ging aus den Städten in die Natur zu kommen, was ja eigentlich der Grund für einen Australien-/Neuseelandbesuch ist, dann gab es entweder gar keine Möglichkeit einen Bus zu nehmen oder es hätte wahnsinnig viel gekostet.

Nach langem Hin und Her, bin ich dann in Neuseeland letztendlich zu der Entscheidung gekommen mir einen Campervan zu mieten um zu den Orten zu gelangen, die ich sehen wollte. Ich muss zugeben, dass sich diese Entscheidung wirklich gelohnt hat, denn in den kurzen zwei Wochen, die ich Zeit hatte um die Nordinsel zu erkunden, bin ich meistens mitten in der Natur aufgewacht, an einem Strand, See oder Fluss.

Von dieser Reise nehme ich vorallem mit, dass weltweit noch sehr viel Aufklärung betrieben werden muss, aber dass sich trotzdem überall jemand findet, der für Nachhaltigkeit kämpft und als positives Beispiel seine Umgebung inspiriert.

Hier findet ihr einige meiner Lieblinge, die sich am anderen Ende der Kugel für eine grünere Zukunft einsetzen:

Paddle Dogs Australia – faire Shirts für Paddler
Keep Cup – Coffee-To-Go-Becher
KILT – faire Mode
Hello Cup – Menstruationstasse
Dharma Bums – faire Yoga- & Fitnesskleidung
Shakti Mat – Yoga-Massagematte

In meinem nächsten Artikel werde ich trotzdem meine wichtigsten Begleiter für ein nachhaltigeres Reisen mit euch teilen, denn einiges war trotzdem super umzusetzen und im Austausch mit anderen finde ich immer mehr Dinge, die mir gefallen und die ich in meinen Alltag übernehme.

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